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Diane

Vor etwa zwei Jahren hat meine liebe Strick-Freundin Annemarie ganz arg von einer Strickanleitung geschwärmt, nämlich von dem „Diane“ Cardigan. Dieses geniale Teil hat sich – wer sonst?! – die Designerin Rililie ausgedacht. 👍 Da mir die originale gelbe Version von Rililie so gut gefallen hat und ich noch nichts Gelbes in meinem Schrank hatte, fiel meine Wahl ebenfalls auf diese Farbe.

Ende Mai 2018 hatte ich bereits den body fertiggestrickt. Kurz darauf wurde mein Opa leider todkrank, was mich ziemlich mitgenommen hat und ich dann nicht den Kopf dafür hatte, mich in den Anleitungsteil für die Ärmel einzulesen… Letztes Jahr habe ich dann mit dem ersten Ärmel begonnen. Allerdings habe ich beim Aufnehmen der Ärmelmaschen Fehler gemacht, also wurde das Projekt nochmals für ein Jahr beiseite gelegt… Bis ich es dann vor etwa einem Monat endlich wieder aus der Versenkung geholt habe. Im Nachhinein verstehe ich gar nicht, wieso ich mich so vor den Ärmeln gefürchtet habe, da sie gar nicht so schwer zu stricken waren. Naja. Manchmal braucht etwas einfach seine Zeit. Umso glücklicher bin ich, jetzt endlich diesen supercoolen Cardigan tragen zu können!! 💛

Ich habe Größe S gestrickt und dafür knapp sechs Knäuel „Ulysse“ von de rerum natura in der Farbe „Genet“ verarbeitet. Für einen Ärmel benötigt man bei Größe S etwa ein Knäuel. Die Wolle ist sehr weich und wollig, also hat keine glatte Oberfläche. Ich könnte mir vorstellen, dass der Cardigan mit einer glatteren Wolle noch etwas schöner fällt, aber an sich ist die Ulysse ein echt wunderbares Garn, die ich sehr gerne wieder verstricken werde.

Nun zu der Anleitung! Meine Freundin Annemarie (die übrigens eine wunderschöne dunkelblaue Version gestrickt hat) hatte recht: Der Cardigan ist echt genial aufgebaut und hat so viele schöne Details. 💛

Man beginnt am oberen Rücken. Die Schultern werden mit ein paar verkürzten Reihen geformt und von unterbrochenen Reihen mit linken Maschen dekoriert. An allen Kanten werden i-cord-Ränder gearbeitet.

Der Cardigan wird nach unten hin immer weiter und bekommt durch verkürzte Reihen eine schöne abgerundete Form. Die Ärmel hingegen liegen eng an. Da man für die Ärmel Maschen aufnehmen muss, kann man für diese eine andere Größe wählen als für den body. Ich habe schlanke Oberarme und Größe S passt mir wie angegossen. Natürlich muss man dabei immer auf die Maschenprobe achten. Ich habe bei mir festgestellt, dass ich nicht immer gleich fest stricke. Daher war es ganz gut, dass ich beide Ärmel kurz nacheinander gestrickt habe und nicht wieder mit mehreren Monaten Pause dazwischen, da so beide gleich lang und breit wurden.

Ziemlich cool sind außerdem die Ärmelbündchen. Auch hier werden verkürzte Reihen gestrickt, damit das Bündchen etwas über den Handrücken geht.

Ich liebeliebeliebe diesen Cardigan, weil er einfach so cool aussieht. Ich träume jetzt schon von einer grauen Version. Dass ich ein Design noch einmal stricken möchte, sagt denke ich alles! 😉


Teststrick: Winston Cardigan

Als die liebe Rililie vor ein paar Wochen die ersten Fotos von ihrem Winston Cardigan veröffentlicht hat, war ich sofort Feuer und Flamme. Der Schnitt und die verwendeten Farben… große Liebe! 🖤 So habe ich mich auch wieder total gefreut, ihr neuestes Werk teststricken* zu dürfen. 🥰

Da ich aufgrund unseres Schottland-Urlaubs etwas weniger Zeit für den Teststrick hatte, habe ich nicht die Original-Wolle bestellt (Victoria von Ovelha Negra; aus Portugal), sondern Wolle aus meinem Vorrat verwendet bzw. selber gefärbt. Dabei habe ich ähnliche Farben wie Rililie verwendet, nur bei den Grau-Tönen wurde es etwas dunkler.

Meine Maschenprobe passt leider nicht 100%-ig, weswegen ich z.B. ein paar Reihen mehr gestrickt habe. Bei etwas mehr Zeit hätte ich vermutlich die Original-Wolle gewählt, aber andererseits hat es mir total viel Spaß gemacht, meine eigenen Farben zu färben.

Die schwarze Wolle ist von LITLG und heißt „Night“. Davon habe ich fast zwei komplette Stränge verbraucht – 5g blieben übrig. Den Rest habe ich gefärbt und dabei eine Qualität verwendet, die die gleiche Lauflänge (366m/100g) hat. Es handelt sich dabei ebenfalls um ein einfädiges Garn.

Man braucht von den Kontrastfarben nur sehr wenig: für C1, C3 und C4 nur jeweils zwischen 5-10g. Nur von C2 habe ich etwas mehr als 40g verstrickt. Den genauen Verbrauch habe ich in meinen Projektnotizen auf Ravelry festgehalten. Der Vorteil am Selberfärben war hier übrigens auch, dass ich einen 100g-Strang vor dem Färben in kleinere Stränge zerteilen konnte und dadurch später nur wenig von den einzelnen Farben übrig geblieben ist.

Um das Streifenmuster zu kreieren, werden zwei verschiedene Nadelstärken verwendet (2mm & 4,5mm), was einen ziemlich coolen Effekt erzeugt.
Das mehrfarbige Muster bringt jedoch mit sich, dass man einige Fäden vernähen muss. Damit habe ich mir sehr gut am Flughafen von Edinburgh die Zeit vertreiben können. 😉

Die Abnahmen beim Ärmelbündchen finde ich ungewöhnlich und SO cool – guckt mal näher hin! Es ergeben sich zwei Dreiecke, einmal mit linken, einmal mit rechten Maschen.

Ein weiteres tolles Detail ist, dass die Abnahmen am body bei der abgerundeten Ecke zusammenlaufen.
Beim ribbing werden Zunahmen an der soeben erwähnten Rundung gestrickt und verkürzte Reihen.

Auch für das Abketten hat sich Rililie etwas einfallen lassen, das ich zuvor noch nie gemacht habe: Man kettet mit doppelt gehaltenem Faden ab und teilweise auch mit Zunahmen.

Rililie hat es mal wieder geschafft, eine geniale & anspruchsvolle Anleitung zu schreiben, bei der ich viele neue Techniken kennenlernen durfte. Kein „mindless“-Projekt, sondern wirklich etwas Besonderes! Das Design ist von der ersten bis zur letzten Masche spannend zu stricken. Ich kann die Anleitung auf jeden Fall empfehlen, wenn ihr eine kleine Herausforderung braucht und etwas dazulernen wollt. 🤓 👍 Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht und das Ergebnis ist echt supercool!

*Anm.: Als TeststrickerIn erhält man die Anleitung vorab kostenlos und prüft diese im Gegenzug auf eventuelle Fehler/Unverständlichkeiten.